#zp15: 3x Learnings und 3x Kritik – Vom Trend zur Notwendigkeit: Videolearning und Blended Learning

Das Mega-Event der HR-Branche, die Zukunft Personal 2015, ist kürzlich zu Ende gegangen. Auch dieses Jahr ist sie für uns wieder sehr erfolgreich verlaufen – und neben vielen interessanten neuen Kontakten, Gesprächen mit bestehenden Kunden und Partnern haben wir drei wichtige Erkenntnisse mitgebracht. Hätten aber auch drei Verbesserungsvorschläge, aber dazu später.

Was genau hat dieser Roboter mit der Digitalisierung zu tun? Techno-Folklore auf der #zp15 [(c) Zukunft Personal]

Was genau hat dieser Roboter eigentlich mit der Digitalisierung zu tun? Techno-Folklore auf der #zp15 [(c) Zukunft Personal]

Vorausgeschickt sei, dass das Motto „arbeiten 4.0“ – trotz aller (berechtigter) Kritik daran – natürlich einen Nerv traf: Auch dem letzten Mittelständler und der letzten Behörde wird langsam klar, dass „Industrie 4.0“ bzw. das Thema „Digitalisierung“ kein Hype ist, sondern der Umgang damit ein wettbewerbs- und damit zukunftsentscheidender Faktor ist. Auch von daher war natürlich das Interesse der Besucher an neuen, digitalen Lern- und Weiterbildungsformen besonders groß.

A propos – was unserer Meinung nach jedoch eher irreführend war: Der – auch von der ZP stark beworbene – Roboter in Halle 3.2. So unterhaltsam und putzig er auch war, mit Digitalisierung hat ein Roboter natürlich überhaupt nichts zu tun. Denn das Problem ist ja, dass das Thema Digitalisierung so komplex ist, dass viele HRler die Bedeutung, die Inhalte und die damit verbundenen zahlreichen To-Dos für ihr Unternehmen (noch) nicht verstehen. So ein tanzender Roboter würde daher eher auf die CeBit passen, aber auf einer Personalerfachmesse wirkte er dann doch etwas deplatziert …

 

Hier aber nun unsere Learnings von der #zp15:

1. E-Learning ist aus der Weiterbildung nicht mehr wegzudenken

Vor nicht allzu langer Zeit bedeutete „E-Learning“ für die betriebliche Weiterbildung fast nur das klassische Web Based Training, also ziemlich textlastige Formate, die als „Blättermaschinen“ und „Klickorgien“ nicht sonderlich motivierend für die Mitarbeiter waren. Jetzt ist das Angebot an E-Learning aber sehr viel bunter, spannender und interessanter geworden – und E-Learning wird daher immer häufiger und selbstverständlicher in Unternehmen eingesetzt. Eine HR-Messe ohne eigenes E-Learning-Areal wäre heute nicht mehr vorstellbar – auch die Zukunft Personal hat dies natürlich erkannt und nicht nur einen in auffälligen grün „eingerahmten“ E-Learning-Bereich auf der Messe eingerichtet, sondern auch ein hochkarätig besetztes Vortragsprogramm zum Thema angeboten.

E-Learning: Alles im "grünen" Bereich - 3 aus dem "pinken" Messeteam

E-Learning: Alles im “grünen” Bereich – 3 aus dem “pinken” Messeteam

 

2. Videolearning ist in den Unternehmen angekommen

Videolearning sticht unter den vielfältigen E-Learning-Angeboten besonders hervor, da Bewegtbild-Content besonders gut dafür geeignet ist, Inhalte zu emotionalisieren und damit den Lernenden nicht nur leicht verständlich Inhalte zu vermitteln, sondern sie auch zu motivieren und „mitzureißen“. Daher haben Personalentwickler mit diesem Format oft bereits positive Erfahrungen gemacht. Daher fragten uns auch etliche HRler gezielt nach gutem Video-Content, den sie in ihre Lernumgebung einbauen können oder aber in die Pink University Learning Suite, die wir ganz neu zur ZP präsentierten.

Das starke Interesse an Videotrainings, Schulungsfilmen und der Didaktik dahinter wurde auch im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar beim Vortrag „Wie und warum Videolearning wirkt. Ein Blick in die Wissenschaft von unserem Leiter Corporate Digital Learning Wolfgang Hanfstein (der sich nun hier komplett abrufen lässt) – die Plätze im Praxisforum 5 waren zu über 80% besetzt und auch am Stand wurden wir von mehreren Interessenten im Nachhinein darauf angesprochen.

Viel Interesse zeigten die Messebesucher an unserem Vortrag zum Thema "Videolearning" im Praxisforum 5

Viel Interesse zeigten die Messebesucher an unserem Vortrag zum Thema “Videolearning” im Praxisforum 5

3. Blended Learning – vom Buzzword zum Daily Business

Schmeichelhaft war natürlich das Feedback von Standbesuchern, dass Videolearning-Content für Weiterbildungsthemen derzeit von keinem deutschsprachigen Mitbewerber (ob nun auf der ZP als Aussteller oder nicht) in dieser hohen Qualität angegeben werde – und sich diese Inhalte für Blended Learning besonders gut eigneten (siehe dazu auch unseren in „Training aktuell“ erschienenen Fachartikel als pdf).

Aufschlussreich war zu erfahren, dass einige Personalentwickler von der Personalleitung oder der Geschäftsführung klare Vorgaben erhalten haben, die „Präsenzquote“ von Weiterbildungsmaßnahmen um 30-50% zurückzufahren, um Kosten und Zeit zu sparen und dementsprechend mehr E-Learning und Blended Learning einzusetzen. Blended Learning – vor ein paar Jahren noch galt das bei manchem Personaler eher als Buzzword oder Hype, aber mittlerweile ist es längst in der unternehmerischen Weiterbildungsrealität angekommen.

Ob als Stand-alone- oder als Blended-Learning-Lösung: Unsere Weiterbildungslösungen im Bewegtbildformat trafen auf großes Interesse

Ob als Stand-alone- oder als Blended-Learning-Lösung: Unsere Weiterbildungslösungen im Bewegtbildformat trafen auf großes Interesse

 

Trotz vieler positiver Learnings für uns: nichts ist perfekt! Wie angekündigt hätten wir daher auch folgende, konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen:

1. Alles digital – nur nicht der Eintritt?

Wir mussten sehr über die treffende Feststellung von „persoblogger“ Stefan Scheller schmunzeln, dass „arbeiten 4.0“ für die ZP möglicherweise bedeute, dass man als Besucher gleich viermal Arbeit mit dem Eintrittskartenprozedere hat. Erst den Ticketcode und dann die persönlichen Daten ins Registrierungsformular eingeben, dann einen Ausdruck erstellen, diesen dann aber am Messe-Eingang erneut scannen, wonach es schließlich einen neuen Ausdruck gab, das Ticket. Das ginge doch auch wesentlich einfacher und „digitaler“, oder? Etwa wie beim Zugticket, wo es reicht, das Ticket auf dem Smartphone-Display als QR-Code vorzuzeigen?

Nicht nur für „normale“ Besucher war diese aufwändige Prozedur der Fall, sondern auch für Referenten, also die Experten und häufig auch die „VIPs“ der gesamten Messe. Und die beschwerten sich teilweise völlig zu Recht darüber, dass sie eilig zu ihrem früh angesetzten Vortrag müssen, aber durch diesen umständlichen Vorgang und die damit verbundenen Schlangen an den Countern und Einlässen zu spät kamen.

 

2. Keep it rolling – wie „mobil“ ist die ZP noch am späten Nachmittag?

Es klingt vielleicht nach einer Petitesse, aber es verursacht jedesmal wieder ungläubiges Kopfschütteln bei vielen Ausstellern: Pünktlich um 17h30, also wenn die Besucherzeit zu Ende ist, werden sämtliche Rolltreppen in sämtlichen Hallen abgestellt. Aussteller, die vielleicht mit schweren Kisten oder Koffern zu den Autos, ins Taxi oder in die S-Bahn wollten, mussten sämtliche Treppen bis zum Ausgang zu Fuß laufen. Besucherfreundlichkeit ist das eine – aber Ausstellerfreundlichkeit ist doch auch nicht ganz unwichtig, oder?

Leider nicht sehr "ausstellerfreundlich": Die Rolltreppen machten stets sehr früh "Feierarbend" ...

Leider nicht sehr “ausstellerfreundlich”: Die Rolltreppen machten stets sehr früh “Feierarbend” …

 

3. Die Messedauer: Aller guten Dinge wären 2!

Das Thema wird jährlich auf der Messe und auch im Nachklapp von vielen Ausstellern, Bloggern, Journalisten und Besuchern angesprochen: Sinnvoll wäre es, wieder zurückzugehen zu den 2 statt der 3 Messetage. Klar, man müsste dann das Vortragsprogramm insgesamt etwas straffen, aber das würde vielleicht insgesamt sogar der Qualität der Präsentationen zugutekommen. Und es würde die „toten Stunden“ – bis um ca. 10h30 und ab ca. 15h30 sind kaum Besucher auf den Gängen zu finden – spürbar reduzieren.

Indem die Messeleitung den als „Top-Vortrag“ intensiv beworbenen „Future Talk“ auf den 3. Messetag legte, versuchte sie, diesen allgemein schwächeren Tag etwas zu stärken. Blöd nur, dass dadurch am Donnerstag Vormittag in den Hallen noch weniger los war als sonst … und blöd natürlich auch, dass die von sämtlichen Postern, Broschüren, Katalogen und zahlreichen Online-Seiten fast wie ein „Postergirl“ herunterlächelnde Bundesministerin Andrea Nahles dann doch nicht kam. Was die Messeleitung im Übrigen wohl auch mit einigem Vorlauf wusste, aber leider nicht kommunizierte.

 

Bei aller (konstruktiven) Kritik:

Insgesamt gefiel uns die Zukunft Personal wirklich gut – ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch an die Organisatoren!

 

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