Von BYOD, Technologisierung und Videotrainings als Lernpfad: 7 Fragen an Frank Stefan Alì, „Blended Trainer“ bei E-Plus

Frank Stefan Alì ist ein Trainer und Coach, der u.a. für E-Plus arbeitet und auch im Bereich neue Lern- und Lehr-Methoden sehr versiert ist. Wir haben uns mit ihm unterhalten:

 

Herr Alì, zunächst ein „Elevator-Pitch“: Was ist Ihr Job als Coach und Berater und was ist Ihre Aufgabe bei E-Plus?

Ich bin ein im wahrsten Sinne ein „Blended Trainer“. Denn zu meinen Themen gehören Maßnahmen zur Vertriebsentwicklung und Verkaufsoptimierung für alle Vertriebskanäle, vom E-Plus Shop über den Partnervertrieb, Geschäftskunden und auch Call-Center-Dienstleister. Neben klassischen Präsenztrainings und -coachings entwickle und produziere ich hauptsächlich WBTs, Lernvideos und Trainingsmedien. Seit einem Jahr bieten wir auch interaktive Webinare zu Vertriebs- und Produktthemen an.

 

Sie haben sich bei der FU Hagen zum „e-Trainer“ ausbilden lassen. Was kann ein „e-Trainer“, was ein „normaler“ Trainer nicht kann?

Den PC bedienen! Nein, ernsthaft: Medien, Formate und Methoden wollen sinnvoll und zielführend eingesetzt werden, um Know-how und Kompetenzen zu vermitteln. Neben dem allgemeinen Effizienzaspekt steht hier insbesondere die Effektivität im Vordergrund. Mit Hilfe von Chats, Virtuellem Klassenzimmer, Whiteboard oder Videokommunikation lassen sich Impulse setzen, Lernprozesse anstoßen und in Bewegung halten.

Natürlich lässt sich nicht jeder Präsenzinhalt transformieren. Jedoch gilt es, sinnvolle Inhalte didaktisch, dramaturgisch und interaktiv so aufzubereiten, dass die Teilnehmeraktivität und -aufmerksamkeit möglichst lange ein gutes Niveau hält. Hier gilt die Regel: Alle sieben Minuten ein Medienwechsel. Das funktioniert mit interaktiven Webinaren sehr gut. Häufig melden sich Teilnehmer sogar freiwillig an und beteiligen sich auch in hohem Maße aktiv. Zudem können diese Veranstaltungen auch auf dem eigenen Smartphone verfolgt werden. Diesen Aspekt des Trends „Bring your own device“, kurz „BYOD“, erkennen wir bei vielen Themen unseres Angebotes und nutzen ihn.

 

Sie haben Erfindergeist bewiesen und die „AHA-Trainingsbox“ entwickelt. Bitte erklären Sie kurz: Was verbirgt sich dahinter?

Die "AHA-Trainingsbox"

Die “AHA-Trainingsbox”

Es ist eine Lernmethode, die unabhängig von Branchen und Vertriebskanälen eine verlässliche Methodik im Umgang mit Einwänden bietet. Der Fokus liegt auf dem Bereich der Gesprächsdynamik und der Schlagfertigkeit. Neben dem großen verfügbaren Angebot von bestehenden Methoden war es mir wichtig, diese Methode für unterschiedliche Lerntypen anzubieten. Deshalb wird das Thema neben klassischen Infokarten auch durch Würfel und Lernvideos bearbeitet. So lässt sich selbst schnell trainieren, genauso wie in Einzelcoachings oder Trainings als Teamaufgabe oder Wettbewerb.

 

Sie führen zahlreiche klassische Präsenz-Trainings durch, setzen aber auch gerne Videotrainings zu Schulungszwecken ein. Mal ehrlich: Machen Sie sich als Trainer und Coach langfristig damit nicht selbst überflüssig?

Sollte das nicht mein eigentliches Ziel sein? Impulse für die individuelle Entwicklung geben, Methoden und alternative Herangehensweisen vermitteln und damit Vertriebserfolg erzielen und unterstützen. Durch die Schulung und Begleitung von Menschen, die dann als Multiplikatoren agieren, lässt sich Training und Coaching dann wesentlich häufiger und intensiver gestalten. Das sind aus meiner Sicht meine Aufgaben als Trainer und Coach. Ein Mangel an Themen oder Teilnehmer ist im Vertrieb auch eher nicht an der Tageordnung. Denn in Bezug auf Vertriebsergebnisse gilt ebenso: „Das Bessere ist der Feind des Guten!“

 

Schulungsfilme als "Lernpfad": So setzt die E-Plus Trainingsakademie Videotrainings der Pink University ein

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Wie und wofür setzen Sie Videotrainings ein?

Lernvideos setzen wir als Lernpfad inklusive Quiz und Zertifizierung auf der E-Plus-Lernplattform ein. Häufig auch als ergänzendes Angebot zu einem Präsenztraining oder Webinar. Dann ist es meist durch einen QR-Code in das Handout integriert und über Smartphone oder PC abrufbar. Ich habe auch gute Erfahrungen mit dem sequenziellen Einsatz in Trainings gemacht.

 

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, was die Akzeptanz von Videotrainings betrifft?

Inhalt schlägt Design. Das bedeutet, Inhalte lassen sich auch einfacher – damit meine ich authentisch und pragmatisch – erstellen. Das erhöht in sehr vielen Fällen die Akzeptanz der Teilnehmer. Denn sie erkennen das Prinzip „von Kollegen für Kollegen“. Hier wird nämlich richtigerweise Praxisnähe und inhaltliche Relevanz unterstellt, dass diese „näher dran“ sind und deshalb die „gleiche Sprache“ sprechen.

 

Was meinen Sie, wie wird die Weiterbildungsszene in 20 Jahren im Vergleich zu heute aussehen?

Ganz anders! Das scheint zumindest die Befürchtung vieler Trainerkollegen zu sein. Ich glaube, dass die Technologisierung und die Art, wie sich unser Lernverhalten ändert, uns Trainern viele gute Möglichkeiten bietet, Wissen besser zu vermitteln, den Lerntransfer erfolgreicher zu gestalten und zu sichern. Und vor allem: Den Impuls zum Lernen und Anwenden des Wissens zu verstärken.

Kompetenz kann ja erst durch die regelmäßige Anwendung von erlerntem Wissen entstehen. Dazu braucht es weiterhin Trainer und Coaches sowie die persönliche Beziehung zum Lerner. Auf welchem Wege diese realisiert werden kann und mit welchem Medium, lässt sich dann situativ und individuell entscheiden.

 

Zur Person

Der Trainer und Coach Frank Stefan Alì (Copyright: privat)

Der Trainer und Coach Frank Stefan Alì (Copyright: privat)

Frank Stefan Alì, Diplom-Sozialwissenschaftler, ist langjähriger Vertriebstrainer und -coach mit den Schwerpunktthemen Vertriebsentwicklung und Verkaufsoptimierung.

Bei der E-Plus Trainingsakademie ist sein Spezialgebiet der Bereich E- und M-Learning sowie die Entwicklung von Trainingstools. In diesem Bereich gewann die Trainingsakademie der E-Plus Gruppe den 3. HR Innovation Slam 2011.

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