Tony Bates: Die einzigartigen Charakteristika von Schulungsvideos

Der E-Learning-Experte Tony Bates (Copyright: http://www.tonybates.ca/tony-bates-associates/tony-bates-biography)

Der E-Learning-Experte Tony Bates (Copyright: http://www.tonybates.ca/tony-bates-associates/tony-bates-biography)

Tony Bates ist ein echter Veteran der Lernforschung und ein Pionier in Sachen E-Learning. Nachdem er an der University of London in Erziehungswissenschaften promoviert hatte, widmete er sein ganzes Leben nicht nur der Bildungsforschung, sondern legte auch stets großen Wert auf die praktische Anwendung seines Wissens und die Kommunikation mit der Welt außerhalb des “Elfenbeinturms”. Deswegen wird er als Berater von NGOs, Staaten wie Unternehmen sehr geschätzt, auch jetzt noch, mit Mitte 70 – seine Kurz-Vita liest sich bereits sehr beeindruckend, und die lange CV-Version ist stolze 60 Seiten stark.

Vor nicht langer Zeit erschien sein umfangreiches und online komplett kostenlos abrufbares Werk “Teaching in a Digital Age, mit dem er Interessenten an seiner Erfahrung in Sachen Bildung, Lernen, E-Learning und den einzelnen Technologien teilhaben lässt. Tolle Idee, dass es da nicht nur eine Kommentarfunktion gibt, sondern man obendrein per Mausklick für bestimmte Kapitel einen Audio-Podcast starten kann, in dem der Autor vertiefende Informationen gibt. Man merkt schon, da war ein Lern- und Lehr-Profi am Werk.

In seinem Blog ergänzt er die Erkenntnisse aus dem genannten E-Book laufend. Kürzlich erschien sein Beitrag “Seeking the unique pedagogical characterics of video, und der Teil interessiert uns Schulungsvideo-Macher natürlich ganz besonders. Die meisten seiner Beispiele stammen aus dem akademischen Umfeld, die Erkenntnisse daraus lassen sich aber problemlos auch auf Weiterbildungs-Szenarien übertragen.

Daraus geben wir die aus unserer Sicht wichtigsten Erkenntnisse hier in paraphrasierter und gekürzter Form auf deutsch wieder:

 

1. Das besondere Potential von Schulungsvideos als Lehrmittel

Allgemein gesagt: Video kann unter anderem Inhalte zeigen, die sonst schwer und mit zu großem Aufwand darzustellen (z.B. zum Thema Zentrales Nervensystem) oder auch zu gefährlich (wie z.B. chemische Experimente) sind, aber auch für Inhalte, die ohne Zeitlupe oder Zeitraffer überhaupt nicht sichtbar sind. Ein schönes Beispiel für den effektiven Einsatz von Stop-Motion, das mit einfachsten Mitteln produziert wurde, ist dieses Schulungsvideo aus dem Bereich der Molekularbiologie.

 

2. Die besonderen Stärken von Schulungsvideos

Ein Schulungsvideo

– kann konkrete Geschehnisse mit abstrakten Theorien in einen Zusammenhang setzen

– kann man jederzeit nach Belieben anhalten, wieder abspielen … Stichwort Mikroaktivität

– bietet Lernenden, die Schwierigkeiten haben, abstrakte Konzepte in einer Präsenzmaßnahme oder aus einem Buch zu lernen, eine hilfreiche Lern-Alternative

– macht ein Lern-Thema durch praktische Beispiele wesentlich anschaulicher und interessanter

Und nicht zuletzt sind die Kosten zur Erstellung eines einfachen Videos heute dank günstigerer Videokameras (oder auch für einige Anwendungen die Film-Funktion des Smartphones) und Bearbeitungs-Software drastisch gesunken.

 

3. Die Schwächen von Schulungsvideos

Auch dieser Punkt ist aufschlussreich, weil Bates beklagt, dass Video im Bildungsbereich (sprich: Schulen und Hochschulen) noch viel zu wenig eingesetzt wird.

Hier die wichtigsten Gründe:

Professionell (sprich: inhaltlich-technisch und -didaktisch aufwändig) produzierte Schulungsvideos bringen nicht unerhebliche Kossten mit sich und sind daher nur selten gratis verfügbar.

– Um einen wirklichen Lerneffekt zu erzielen, müssen Lernende zusätzlich zum Video-Content vertiefende Lern-Aktivitäten unternehmen. Das können wir unterschreiben, daher gibt es bei den meisten Schulungsvideos der Pink University Lernquizzes und einen Abschlusstest.

– Lernende nutzen Schulungsvideos gerne (eher “passiv”) als Medien, um Sachverhalte verständlich vermittelt zu bekommen. Aber Videos, für deren Verständnis sie analytisch oder interpretativ arbeiten müssen, lehnen sie oft ab – und um dem entgegenzuwirken, müssen Lernende müssen geeignete Lern-Skills vermittelt bekommen.

Auch hier sind wir mit Tony Bates voll auf einer Linie. Unsere Umsetzung: Neben den genannten Lernfragen gibt es bei unseren Schulungsvideos viele herunterladbare Übungs- und Arbeitsmaterialien und je nach Thema ruft der Dozent in einem Schulungsfilm die Teilnehmer immer mal wieder auf, das Video zu stoppen und bestimmte Übungen gleich umzusetzen.

 

TBates Teaching in a Digital Age - Cover

 

In dem E-Book von Bates erfährt man ferner viel Fundiertes darüber, wie das Digitale Lernen die Gesellschaft verändert, aber auch, welche neuen Skills die Lernenden wie auch die Lehrenden für eine erfolgreiche Nutzung dieser neuen Medien im Einzelnen benötigen, worauf man achten muss für eine hohe Qualität der Digitalen Lehre und vieles mehr.

Wir empfehlen allen, die sich vertieft mit E-Learning beschäftigen, die Lektüre wärmstens!

 

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