Personaler 2015: Atemlos im Strudel der Digitalen Transformation?

Unser täglich Brot bei der Pink University ist es, ganz nah an den aktuellen Entwicklungen und neuen Forschungsergebnissen im Bereich des Digital Corporate Learning und der damit zusammenhängenden Digitalen Transformation zu sein. Wir sind immer ein bisschen atemlos, weil ein Thema das andere jagt, zum Beispiel beschäftigen wir uns aktuell u.a. mit den Themen Learning Analytics, verschiedenen LMS-Kompatibilitäten oder der Frage, wie wir unsere Weiterbildungs-Plattform noch stärker „social“ machen können. All diese und viele weitere Fragen sind wichtig, um die Frage aller Fragen zu beantworten: Wie werden wir auch zukünftig unserem Anspruch gerecht, die bestmöglichen Videotrainings für die Weiterbildung zu bieten?

 

Nichts treibt die Personaler derzeit so um wie die Digitalisierung

Da die Personalentwickler unsere Kunden-Zielgruppe Nr. 1 sind, ist neben der Teilnahme von diversen Barcamps auch der regelmäßige Besuch von Personalertagungen und HR-Messen von größter Wichtigkeit für uns. Nicht zuletzt, um mitzubekommen, was die Personaler derzeit so umtreibt, welche Fragen sie sich stellen und welche Herausforderungen gelöst werden wollen.

Was den Personalern aktuell den Atem raubt, merkten wir letztens wieder am Rande so einer Personalerveranstaltung, denn wir schnappten wieder so ein paar HRler-Gespräche auf (wir verraten natürlich nicht, welche und sagen nicht, von wem die Aussagen stammen). Hier ein paar Kostproben:

  • „Klar, Mitarbeiter, die sich so richtig reinhängen, die schicken wir schon mal auf ein Seminar. Aber nicht so einen digitalen E-Learning-Quatsch, sondern dann schon ins Tagungshotel.“
  • Noch ein anderer Gesprächsfetzen: „Digitalisierung?! Ich bin doch erstmal froh, wenn meine Abteilung die ganz normale tägliche Personalarbeit gewuppt kriegt. Und wenn mal Zeit ist, aktualisieren wir den Schulungskatalog, denn Mitarbeiter-Entwicklung müssen wir ja auch noch machen.“
  • Auch interessant die Aussage, als es um das Thema E-Learning ging: „LMS? Nie gehört …!“

Kurz: Ganz besonders empfindlich und gereizt reagieren die HRler also derzeit auf das Thema Digitalisierung – oder sollte man besser sagen: verunsichert?

 

(c) Jorgekasabji, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jorgek.jpg

Bereitet vielen – und nicht nur Personalern – aktuell Kopfzerbrechen: Die Digitale Transformation. (c) Jorgekasabji, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jorgek.jpg

 

Digitalisierung ist keine Option mehr – sondern ein Muss

Dahinter steckt zweierlei: Natürlich vor allem die chronische Überlastung der Personalabteilungen. Man muss schon froh sein, all die Tänze auf die Reihe zu kriegen, zu denen man von der Politik verdonnert wird – vom AGG bis zum Gesetzentwurf „für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“. Kann man verstehen, dass die Digitale Transformation sich da ganz hinten anstellen muss. Und nicht zuletzt die Undurchsichtigkeit des Themas: Denn viele erfolgreiche Best-Practice-Beispiele gibt es aktuell noch nicht, und in welcher Form die Digitale Transformation praktisch umgesetzt wird, ist natürlich eine weitreichende strategische Entscheidung.

Trotzdem: Die Digitalisierung drängt mit Macht voran, und dies in allen Unternehmensbereichen – folglich auch im Personalbereich. Daher gilt auch für die Human Ressources, was für das ganze Unternehmen gilt: Die Digitalisierung ist kein „nice to have“, sondern die Voraussetzung für ein langfristig erfolgreiches Wirtschaften. Daran führt kein Weg vorbei.

 

Wie geht erfolgreiche Digitalisierung? Die Weiterbildung macht’s vor!

Die gute Nachricht ist aber: Zumindest im Bereich Weiterbildung – der ja ein wichtiger Teil der Personalarbeit ist – sind wir in punkto Digitalisierung schon wesentlich weiter. Dort gibt es eine ganze Reihe von Best Practices und jede Menge von Erfahrungen, ob man nun erfolgreiche Corporate MOOCs nimmt, oder radikal neue und wegweisende Lern-Ansätze wie z.B. von der Adidas Group.

Daher ist E-Learning längst kein Experimentierfeld mehr, sondern gehört zunehmend zum Standard im Weiterbildungsalltag vieler Unternehmen. Das ist auch an den Wachstumszahlen der E-Learning-Branche ablesbar: Sie wächst seit Jahren kontinuierlich.

 

Die Digitalisierung der betrieblichen Weiterbildung verleiht den Unternehmen einen Produktivitätsschub

Die Digitalisierung hat vor allem zum Ziel, die Potenziale in den Unternehmen auszuschöpfen und sie damit langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Dies führt dazu, dass die Unternehmen immer schlanker aufgestellt sind und die Prozesse von der Produktion bis zu Logistik optimiert werden. Aber was bislang eher vernachlässigt wurde: Produktivitätssteigerung erreicht man durch bestens ausgebildete Mitarbeiter – und das bedeutet eben nicht, Mitarbeiter nach Gutsherrenart auf Seminare zu schicken, sondern die permanente Weiterbildung im Unternehmen als Normalfall zu etablieren.

Die Voraussetzungen dafür waren dank der vielfältigen, flexiblen und praxiserprobten E-Learning-Tools noch nie so gut wie heute. Durch die moderne Informationstechnologie kann Wissens- und Kompetenzaufbau effektiver und effizienter denn je gestaltet werden – viele große Unternehmen und auch einige Vorreiter bei den KMUs zeigen, wie es geht.

 

Atemlos im "digitalen Strudel" - so fühlen sich derzeit viele HRler. (c) Pixabay, https://pixabay.com/de/spirale-welle-locke-digitale-kunst-286596/

Atemlos im “digitalen Strudel” – so fühlen sich derzeit viele HRler. (c) Pixabay, https://pixabay.com/de/spirale-welle-locke-digitale-kunst-286596/

 

Die betriebliche Weiterbildung steht vor einer Revolution

Auch die Roland-Berger-Studie „Think Act – Unternehmen lernen online“ sieht in den neuen Formen des Corporate Learning einen Schlüssel für die Zukunft der Unternehmen. Weiterbildung muss und wird schnell und flexibel sein, selbstgesteuert und on demand – und das geht nur durch digitale.  Das verlangen die Märkte – und die neue Generation der Mitarbeiter auch. Denn die Angestellten wissen selbst am allerbesten, welches Wissen ihnen für die erfolgreiche Ausübung ihres Jobs noch fehlt – der „Performance Support“-Ansatz geht vom „mündigen Mitarbeiter“ aus. Was wiederum deren Motivation stärkt und deren Lernen nachhaltiger macht – was sich last but not least positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auswirkt.

Die aktuellen Entwicklungen kommen einer Revolution in der betrieblichen Weiterbildung gleich. Einer Revolution, die bei sogar niedrigeren Kosten Weiterbildung für alle ermöglicht. Und bei der schon viele valide Erfahrungswerte aus dem Praxiseinsatz vorliegen.

Die Digitale Transformation wird also die Personaler noch lange in Atem halten. Verständlich, denn ein Patentrezept, wie man dieses sehr komplexe Thema erfolgreich in die HR-Praxis umsetzt, hat (noch) keiner. Aber warum machen sie sich das Leben nicht etwas einfacher, indem sie im Bereich Weiterbildung und Personalentwicklung auf bewährte Tools und Inhalte zurückgreifen?

Unser Tipp an alle Personaler: Tief durchatmen – und mal einen Blick auf die vielfältigen E-Learning-Möglichkeiten werfen, denn wenn man die im Unternehmen einsetzt, ist schon mal ein kleiner, aber sehr wichtiger Schritt Richtung erfolgreiche Digitalisierung im HR-Bereich geschafft. Viel Spaß beim Entdecken – und viel Erfolg bei der restlichen Digitalisierung!

 

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade des Fachmediums Human Ressources Management zum Thema “Digitale Transformation”. Dort sind zahlreiche weitere, lesenswerte Artikel zum Thema erschienen!

 

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5 Kommentare

  1. Harald Schirmer 29. Juli 2015 10:33 pm 

    Vielen Dank für diesen lesenswerten und in meinen Augen richtigen Bericht. Natürlich kann man es unseren Personalern nicht verübeln, war doch Diskretion eines der wichtigsten Dinge in HR – da ist der Schritt in Transparenz, Augenhöhe, Risiko (Neues ausprobieren) erst einmal nicht die erste Wahl.
    HR hat auch sehr viel mit Veränderungsprozessen zu tun – aber auch hier waren Personaler eher in der Rolle der Veränderer – jetzt muss(t)en sie bei sich selbst anfangen – ohne große Vorbilder… das ist eine große Aufgabe – aber absolut notwendig, um wieder wertgeschätzter “BusinessPartner” zu sein/werden.
    Das große Thema “Digitale Transformation” hat nur kleine (wenn auch essentielle) Bereiche im IT Umfeld. Die Technologie schafft das neu Umfeld und ermöglicht / fördert Veränderung – der Großteil ist aber eine “Haltungsänderung” sowohl bei HR als auch bei allen Führungskräften und Mitarbeitern.
    Spannende Zeiten mit viel Gestaltungsspielraum – für die, die mitmachen … Guide – or be guided.

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